Historische Hofarchitektur im Südburgenland – Allgemeines zur baulichen Form

Generelles Erscheinungsbild

Die Häuser des Burgenlands gehören der Gruppe der „außer-alpinen Höfe“ an, welche – im Gegensatz zu den alpinen Höfen – durch die geschlossene Verbauung der Dörfer geprägt sind. D.h.: die Höfe haben immer Rücksicht auf den danebenliegenden Hof zu nehmen und die Gefahr eines Großbrandes ist höher. Diese geschlossene Dorfstruktur ist eines der wesentlichen Gestaltungsmerkmale burgenländischer Dörfer.

z.B.: Schützen am Gebierge verdeutlicht dies sehr schön: https://www.schuetzen-am-gebirge.at/

Es gab aber auch Mischformen z.B.: die südburgenländischen „Berglerhäuser“, welche meist etwas abseits auf einem Hügel standen, d.h. nicht in einer geschlossenen Dorfstruktur integriert waren.

Die für das Burgenland typischen Haustypen sind der Streckhof, der Hakenhof, der
Zwerchhof Zwerchhof kommt von „Zwerch-umi“ bauen, was meint, dass man noch Räume an die Toreinfahrt anschließend gebaut hat 
der Drei- bzw. Vierseithof. Diese bauten waren früher aufgrund der Baumaterialien und – techniken immer ebenerdig. siehe s.26 in Burgenland, Bau- und Wohnkultur im Wandel, Vera Mayer, Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1993, Natürlich wurde der Dachboden aber als Lagerfläche genutzt.

Hofformen im Südbgld

Bei dem Streck- und Hakenhof ist i.d.R. die Giebelseite Schaufassade, da diese durch die Bauweise die von der Straße ersichtlichste Fläche ist. Diese Typen nennt man auch Giebelfrontenhaus.
Auch beim Zwerchhof kann die Giebelseite des Wohntraktes verziert sein, wenn der Hof nicht in einer völlig geschlossenen Bebauung steht.

Streckhof in Oberwart, aufgenommen 2016 – ein typisches Giebelfrontenhaus

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